Alles von der Stange und doch rasiert!


So, mit leichter, aber ich hoffe, entschuldbarer Verzögerung der Wettkampfbericht.
Ich hatte meinen letzten Bericht ja mit dem Hinweis geschlossen, aufgrund der geänderten Wetterlage, „nach Gefühl“ schießen zu müssen. Und genauso kam es. Luftdruck, Temperatur und Wind am Wettkampftag, alles komplett anders als beim Training an den vier Tagen zuvor. Insbesondere musste der Temperaturabfall von mehr als 10 Grad Celsius ausgeglichen werden. In der Regel reichte dafür ein Klick nach oben im Vergleich zum Training, jedenfalls auf 600m und 800m. Auf 300m hätte ich fast mit der Trainingseinstellung schießen können. Ich machte zwei Klicks und schoss gerade noch 91 Ringe. Auf 300m muss man eigentlich weit über 90 Ringe erzielen, wenn man noch im Rennen bleiben möchte.

Glänzendes Beispiel mein Teamgefährte Helmut Dugnus, der neben mir schießend eine fast perfekte Serie mit 100 von 100 Ringen und 7 (!) Innenzehnern schoss. Viel mehr ist selbst theoretisch nicht mehr möglich. Damit gewann Helmut selbstverständlich die Einzelwertung über 300m. (Anmerkung des Verfassers: Der Durchmesser der Innenzehn beträgt lediglich 40 mm !)

Auf 600m konnte ich mich dann auf 93 Ringe steigern. Das ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Dass dieses Ergebnis diesmal dennoch zum Sieg in der Einzelwertung über die 600m – Distanz reichte, mag an den vollständig anderen äußeren Bedingungen im Vergleich zu den Trainingstagen gelegen haben. Jetzt kam es in der Hauptsache darauf an, diese neuen Bedingungen zu bewerten und entsprechend in die Einstellungen mit einfließen zu lassen. Hierdurch ließen sich technische Nachteile etwas ausgleichen.

Wie einige vielleicht wissen, schieße ich zwei Waffen ohne großes Tuning „out of the box“. Einzig bei meiner TIKKA habe ich mir nach drei Jahren einen etwas besseren Abzug gegönnt. Meine Wettkampfwaffe in Nowa Deba, eine HAENEL RS9 im Kal.: .338 LM kommt dagegen völlig ohne zusätzliches Tuning aus. Dazu kommt, dass ich nicht wiederlade und auch meine Munition reine Fabrikmunition ist. Damit hat man gegen auf Maß geschneiderte Customrifles mit ebensolcher „Custommunition“ einen nicht unerheblichen Nachteil.

Bitte versteht mich nicht falsch: Meine RS 9 ist ein SUPERGEWEHR und schießt um einiges besser als ich. Aber eine Waffe ausschließlich zum ELR (Extreme Long Range) hat da natürlich Vorteile. Schließlich ist eine Customrifle ja auch völlig ungeeignet für den harten Feldeinsatz, für den meine RS9 gemacht ist.

Ein zweiter Aspekt mag auch noch mitentscheidend gewesen sein. In Nowa Deba handelte es sich um einen Wettkampf in der „Sniperklasse“. Das heißt, es fanden keine Probeschüsse statt, Korrekturen waren daher nur bedingt vielleicht noch auf 300m denkbar, danach nicht mehr. Die Schüsse mussten also von Anfang an sitzen.
Weiter durfte die Waffe hinten nicht aufgelegt, sondern ausschließlich mit der Hand unterstützt werden. Insbesondere Customrifles besitzen am Hinterschaft ein Monopod oder einen Schlitten, der (auf einer kleinen Holzplatte aufgesetzt) sich über eine Stellschraube millimeterweise bewegen lässt. Dass steigert zwar die Genauigkeit enorm, ist aber eben nicht „sniperlike“. Die beschriebenen technischen Vorteile der Customrifles konnten daher in Nowa Deba nicht voll ausgespielt werden. Es kam etwas mehr auf die Fehlerquelle hinter der Waffe an.

Fazit: der Wettkampf hat gezeigt, dass auch mit unveränderten Serienwaffen respektable Ergebnisse erzielt werden können, wenn man sich mit Long Range Schießen etwas beschäftigt (und natürlich etwas Glück hat).

Dass man gerade beim Long Range IMMER auch etwas Glück benötigt, zeigt folgender Umstand: Auf 800m und auf 1000m schoss ich mit 85 und 83 Ringen solide Ergebnisse. Auf die 800m – Distanz reichte es damit zum 5. Platz in der Einzelwertung, die 1000m – Distanz konnte ich damit, neben der 600m-Distanz, ebenfalls für mich entscheiden. Eine knappe Stunde danach auf die 1200m-Distanz brachte ich es lediglich auf 16 Ringe. Was falsch gelaufen ist, kann ich leider nicht sagen, weil uns die Scheiben nicht zur Auswertung zur Verfügung gestellt wurden. Vom Winde verweht oder einfach falsch geklickt–keine Ahnung.

Die Magnumklasse war in Nowa Deba klar in deutscher Hand. Bis auf die 1200m Einzelwertung konnte alles von uns gewonnen werden.
Helmut Dugnus, wie gesagt, die 300m.

Heinrich Fortmeier die 800m. Leider ließ der Veranstalter Heinrichs Gruppe über 1200m nicht mehr starten, weil nur bis 18:00 Uhr geschossen wurde und es bereits 17:40 Uhr war. Eine Frechheit mehr, die sich der Veranstalter erlaubte. Aber über das Organisationschaos hatte ich ja bereits berichtet.

Ich selbst konnte die 600m, die 1000m und die Gesamtwertung im Triathlon über 300m-600m-800m für mich entscheiden. Und- Ihr werdet`s nicht glauben, ich gewann sogar noch ein Rear Bag in der Tombola, obwohl ich sonst nie etwas gewinne. Da hatte mein Mitstreiter Heinz-Dieter Rabbe aus der LRGruppe Nord zu Beginn des Wettkampfes absolut Recht, als er meinte, dass meine Startnummer (63, gleichzeitig mein Geburtsjahrgang) ein gutes Ohmen sei.

An dieser Stelle nochmals meinen Dank an meine Mitschützen aus der Long Range Gruppe Nord:

v.li.n.re: Stanislaw Rowinski, Heinz-Dieter-Rabbe, meine Wenigkeit, Dieter Galzow und Helmut Dugnus.
Insbesondere der Tipp von Dieter und Helmut, das Gewehr nicht zu reinigen, scheint richtig gewesen zu sein, obwohl ich die Sache erst für einen Scherz hielt. Werde das gute Stück, jetzt nach ca. 300 Schüssen einer Generalreinigung unterziehen!!

Besonders genossen habe ich die Atmosphäre in diesem international besetzte Teilnehmerfeld (Holländer,ein Elsäßer, Österreicher, Slovaken, Deutsche und unsere polnischen Gastgeber). Ambitioniert Sport treiben, aber den Spaß nicht vergessen – genau mein Ding!


Hitzeschlacht im Karpatenvorland

Liebe Longrangefreundinnen und Longrangefreunde,

(ich hoffe, das war korrekt gegendert),

seit dem 03.Juli (heute ist der 09.Juli) bin ich wieder in Sachen Longrange-Schießen (LR) unterwegs.
Wie könnte es anders sein, natürlich wieder in Polen. Allerdings nicht mal kurz hinter die deutsch-polnische Grenze gefahren, sondern quer durch Polen, bis kurz vor die ukrainische Grenze, nach Nowa Deba. Begleitet werde ich dabei nicht nur von meinem Freund Stanislaw Rowinski, sondern auch von Mitgliedern der Long Range Gruppe Nord. Alles erfahrene Experten und Tüftler aus der LR-Szene, auf deren Erfahrungsschatz ich immer wieder gerne zurückgreife.

Der Wettkampf in Nowa Deba wird seit 2010 ausgerichtet und galt lange Zeit als Geheimtipp. Während das offizielle Training immer am Freitag und der Wettkampf selbst am Samstag stattfindet, bot sich für den LR-Schützen immer die seltene Gelegenheit, bereits drei Tage früher individuell und in aller Ruhe zu trainieren und neues Material auszuprobieren.

Diese Idylle wird in den letzten Jahren zusehends getrübt durch die immer schlechter werdende Organisation. Im Vergleich zu den hervorragend organisierten Veranstaltungen „Long Shot“ in Wedrzyn und den Europameisterschaften (ELREC) in Drawsko, war die Veranstaltung in Nowa Deba bislang ein organisatorisches Fiasko. Von Schwierigkeiten bei der Anmeldung über verschlossene Toiletten, fehlende Scheiben und Chaos bei der Standzuteilung bis hin zu absolut mangelhafter Aufsicht beim Schießen war alles dabei. Eine Empfehlung kann ich zu diesem Zeitpunkt (morgen ist der letzte Tag und es findet der Wettkampf statt) leider nicht aussprechen.

Heute am offiziellen Trainingstag konnten z.B. von vielen Schützen nicht alle Distanzen geschossen werden. Wenn man bedenkt, dass viele über 1000 km angereist sind,…………
Unsere Gruppe hatte das große Glück, dass Stanislaw immer wieder in der Lage war, auftretende Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, da er natürlich die Landessprache spricht und als LR-Urgestein nicht nur bekannt ist, sondern auch die meisten Entscheidungsträger persönlich kennt.

Daher an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für deinen Einsatz und Deine Hilfe, lieber Stanislaw.

Aber, wir haben natürlich auch geschossen. Von Dienstag bis Donnerstag hatten wir Gelegenheit die Entfernungen 300m – 600m – 800m (Standartentfernungen beim LR) sowie 1000m und 1200m zu schießen.
Die vorherrschenden Temperaturen von regelmäßig deutlich über 30 Grad forderten die Kondition jedes Schützen dabei ungemein. Schließlich muss man ja nicht nur schießen, sondern erhebliche Strecken zur Trefferaufnahme zurücklegen (auch wenn dazu der Geländewagen benutzt wurde).

In unserer Gruppe konnten alle zufriedenstellende Ergebnisse erzielen, wenn auch der böige Wind allen zu schaffen machte. Aber das ist ja schließlich auch der Reiz beim LR.

Am Dienstag schossen Stanislaw und ich unsere Waffen zunächst einmal auf 100m (Referenzschuss). Dies war bei meiner RS9 in .338LapuaMag auch dringend erforderlich, da sie total verstellt war, obwohl ich die Waffe lange nicht mehr geschossen hatte und beim letzten Mal alles noch gut lief. Aber für solche „Zwischenfälle“ sind die Trainingstage ja gedacht.

Gleichzeitig hatte ich Gelegenheit ein bisschen in die ULTRA-MAGNUM Szene hineinzuschnuppern, da Stanislaw seine Fortmeier im Kaliber .416 Barrett mitgenommen hatte. Das Kaliber ist aus dem Kaliber .50 BMG entstanden und verschießt ein 398-grain Geschoss. Wenn Ihr Gelegenheit habt das Kaliber mal zu schießen, unbedingt ausprobieren.
Morgen ist Wettkampftag, deshalb schließe ich jetzt, damit ich fit bin. Und nach den extremen Hitzetagen, habe ich gerade über SMS eine Sturmwarnung erhalten, es regnet in Strömen und die Temperatur ist rapide gefallen. Daraus folgt: unsere mühsam erarbeiteten Daten können wir zwar für zukünftige Wettkämpfe archivieren, aber für die Einstellungen am morgigen Wettkampftag taugen sie leider nicht mehr viel. Dann schießen wir halt mal wieder nach Gefühl und schau’n was dabei rauskommt.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Gruß
Alfred


.416 Barrett

Bei der Arbeit

Auf 1000m für mich ok., für die guten Jungs noch reichlich Luft nach oben.

40 Jahre Landesverband 2 des BDS

Anlässlich des 40jährigen Bestehens unseres Landesverbandes fand am 20.10.2019 ein Jubiläums-Pokalschießen  auf dem Schießstand in Quickborn statt.

Etwa 80 Schützinnen und Schützen kämpften auf diversen Stages nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um Sachpreise im Wert von über € 5000.–  Was Thomas da mit unermüdlichem Einsatz organisiert hatte, konnte sich wirklich sehen lassen.

Der Hauptpreis war ein MR 223 von Heckler & Koch, das vom LV 2 und dem  Hanseatic-Gut-Club gesponsert wurde.

 

Allen Helfern und Organisatoren nochmals ein herzliches Dankeschön.

Der Hanseatic-Gun-Club goes Borris – Precision Rifle Match in Dänemark

Am 27.und 28.April nahmen Dennis und ich an unserem ersten PRS (Precision Rifle Series)-Match teil. Für diejenigen, die nicht wissen was darunter zu verstehen ist: sowas wie IPSC nur auf Schussentfernungen von 300 m-1000 m, also eine Spielart des klassischen Long Range Schießens.

Um es vorweg zu nehmen, dass Ganze war ein Riesenspaß und schreit nach einer Wiederholung, sodass wir Mitte Mai erneut den Weg nach Dänemark antreten werden, um dann am Kahles-Cup teilzunehmen.

Aber der Reihe nach.

Seit geraumer Zeit bereits plagt mich der Long-Range-Virus. Daher schaute ich mir (wie berichtet) vor ca. einem Jahr zunächst den „Long Shot“ in Polen an, um dann dass Training aufzunehmen. Dazu bot sich die Gelegenheit zunächst mal in Bergen (bei Celle, nicht in Norwegen), in Dänemark und in Polen. Wer LR (Long Range) schießen möchte, der muss gewillt sein, auch einmal ein paar hundert Kilometer zu fahren. Von Hamburg aus: Bergen eine knappe Stunde, Borris in Dänemark ca. 3:40 h und Polen ca. 5 Stunden bei guter Wegstrecke und angenehmen Fahren, da die Autobahnen in den Osten noch verhältnismäßig neu und nach meinem Dafürhalten noch nicht so voll sind, wie die im Westen. Außerdem bieten sich in Polen dem ambitionierten LR-Schützen viele Möglichkeiten, seinen Sport in angenehmer Atmosphäre auszuüben. Dort gelten nämlich weder Sportschützen (mit Schalldämpfern) noch Soldaten (mit denen die Sportschützen zusammen schießen) als potentielle Gefährder der Sicherheit und Ordnung. Sehr entspannend, wenn der ständige Rechtfertigungsdruck entfällt, politisch korrekt erklären zu müssen, warum man Sportschütze oder Jäger ist. Aber ich schweife ab.

Gegen Ende des letzten Jahres fand ich in Dennis einen ähnlich Infizierten. Wir taten uns zusammen, bzw. bestellten erstmal die gleichen Sportgeräte: TIKKA T3x TAC A1 in 6.5 CM. Ich kann diese Waffe nach ca. 6 Monaten Erfahrung und etwa 720 Schuss nur empfehlen. Für die PRS-Matches ist man damit, plus wettkampftauglichem Glas, hervorragend gerüstet – und für den Schuss auf „die Meile“ (und vielleicht irgendwann auch mal d’rüber) hab‘ ich ja schließlich noch meine RS9 in .338 LM.

Die Range in Borris ist ein Truppenübungsplatz des dänischen Heeres, auf dem die Jungs von „ColdBore Range“ (www.coldborerange.de) in relativ kurzer Zeit viel erreicht haben. Sowohl das klassische Long Range-Schießen auf Distanzen bis 2400m als auch das noch relativ junge und in Deutschland so gut wie unbekannte PRS-Schießen können dort unter hervorragenden Bedingungen ausgeübt werden. Näheres findet Ihr auf deren Seite im Netz.

Zurück zu Dennis und mir:

Treffen 6:00 Uhr bei mir und Auto beladen.

Etwa 9:40 auf der Range und schnell eine Schramme ins Auto gefahren. (Fieser kleiner Poller im toten Winkel, Dennis und ich schwören, dass mein akustischer Parksensor nicht gepiept hat. Könnte allerdings auch an den fünf Typen gelegen haben, die mit .50 BMG oder stärker, direkt neben unserem Auto Vollgas gegeben haben.)

Dank Dennis‘ IT-Fähigkeiten die uns zugewiesene Bahn 4 gefunden und ausgepackt.

Dann die Waffen den ganzen Tag über – in aller Ruhe – von 100m (Referenzschuss) bis 1000m eingeschossen. Das Wetter war gut (Sonnenbrandgefahr) und der Wind beherrschbar ca.5 m/s. Die gängigen PRS- Auflagen (Spanischer Reiter, Barrikaden, Gummireifen etc.) konnten ausgiebig getestet werden.

Die Ziele waren zwischen 30cmx50cm und (auf 1000m) 50cmx80cm groß. Das Schönste: es handelte sich um Stahlklappscheiben, sodass man als Schütze selbst leicht überprüfen konnte, ob man getroffen hatte. Wir mussten uns deshalb nicht gegenseitig spotten und konnten jeder für sich sein eigenes Programm durchziehen. Also doppelte Zeit zum Trainieren und Megaspaß, wenn man seinen Treffer direkt selbst sah.

Abends im Hotel in Skjern dann hervorragend gegessen und den Tag bei einem Bier und Portwein ausklingen lassen. Ihr merkt, ich komme ins Schwärmen.

Der Wettkampftag begann um 8:00 Uhr auf der Range. 6 Stages auf Entfernungen von 300m – 1000m, inklusive eines „Moving Targets“ auf 300m.

Der Wettkampf selbst war (nur) ein kleines Trainingsmatch, aber bestens geeignet, um uns den Ablauf eines PRS-Matches nahe zu bringen. Wir alle wurden von Anfang an in die Durchführung eingebunden und mussten spotten, Listen führen und natürlich auch schießen. Die Ergebnisse der einzelnen Stages standen nahezu unmittelbar im Netz, noch bevor ein Gesamtergebnis feststand. Das hätte ich mir früher beim IPSC auch oft gewünscht.

Dennis führte lange Zeit vor dem dänischen Ranglistenersten, musste dann aber in der letzten Stage die Führung abgeben. Ich selbst belegte den dritten Platz, sodass der Hanseatic-Gun-Club mit einem zweiten und einem dritten Platz sehr ordentlich aus dem Wettkampf hervorging.

Wir sind jetzt schon auf den Kahles Cup am 18./19.Mai gespannt.
Und zum Abschluss noch ein paar Bilder, die für sich selbst sprechen dürften:

Wir halten Euch über den Fortgang auf dem Laufenden. Und wenn Ihr Interesse am Long Range Schießen habt, dann sprecht mich an.

Gruß
Alfred

Fortbildung : Erstversorgung von Schussverletzungen

Liebe Mitglieder,

am 31.März 2019 fand im HGC ein Fortbildungsseminar für die Erstversorgung von Schussverletzungen statt. Als Referenten für unsere Mitarbeiter und Mitglieder konnten wir den renommierten Notfallmediziner Dr. Uli Jahn gewinnen. Dr. Jahn ist Chefarzt im Akademischen Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine Lehrveranstaltungen in diesem Bereich richten sich normalerweise an staatliche Stellen. Nach meinem Dafürhalten sind derartige Schulungen aber auch für den zivilen Sportschützenbereich äußerst sinnvoll. Natürlich hatte Dr.Jahn den Lehrinhalt entsprechend angepasst, sodass der „taktische“ und entsprechend weiterführende Bereich außen vor blieb und nur das vermittelt wurde, was für uns Sportschützen wirklich relevant ist.

Dr. Uli Jahn

Dabei wurde der zu behandelnde Stoff sehr realitätsnah anhand von Bildmaterial dargestellt. Darüberhinaus mussten die Teilnehmer selbst „Hand anlegen“. Denn nur zuschauen und meinen „..das krieg ich im Notfall schon hin. Is‘ ja simpel…“, klappt nicht.
Immer wieder wurde in Drills geübt Tourniquets (Abbindesysteme bei lebensbedrohlichen Blutungen) anzulegen. Insbesondere das Anlegen eines Tourniquet bei sich selbst unter medizinischer Kontrolle, bis sichergestellt war, dass der Blutstrom auch wirklich unterbrochen war, machte allen schnell klar, dass so etwas nicht ohne Schmerzen erreicht werden kann, aber notwendig ist, um im Ernstfall ein Leben zu retten.

Das Messgerät am Zeh zeigt an, ob noch Blutstrom vorhanden ist.


Richtig anlegen und…..


…dann kräftig anziehen!!!

Weiterer Höhepunkt war das Legen eines Nasen-Tubus. Bei Verlegung der Atemwege kann dieses einfache „Stück Schlauch“ ebenfalls Leben retten. Das auch diese Anwendung nicht gerade angenehm war, könnt Ihr sowohl dem Gesicht des Probanden (in diesem Fall mein Sohn:)) als auch den Gesichtern der Zuschauenden entnehmen.

Das Gelernte musste dann auch noch in einer sehr realistischen Simulation angewendet werden, wobei die „Ersthelfer“ anfangs natürlich nicht wussten, was auf sie zukommt.

Alles wurde von Dr.Jahn überwacht und am Ende folgte die „Manöverkritik“, die allerdings nicht soooo hart ausfiel, weil alle hochmotiviert bei der Sache waren.

Fazit:
1.Unsere Erste-Hilfe-Kästen werden sinnvoll über das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Maß hinaus ergänzt.
2.Wir werden diese Veranstaltung mit Sicherheit wiederholen.
3.Zur Jagd werde ich zukünftig immer ein kleines, leicht verstaubares Tourniquet mitführen!

Abschließend nochmals meinen herzlichsten Dank an Dr. Jahn für die Durchführung dieses Seminars. Dr.Jahn hat es verstanden, wichtige Inhalte für uns Laien verständlich und einprägsam zu verpacken. Das lässt die berechtigte Hoffnung zu, dass wir Teilnehmer vielleicht doch irgendwann einmal das Richtige tun, wenn’s darauf ankommt.

Gruß

Alfred

Neuigkeiten

Liebe Mitglieder,

einigen ist es tatsächlich aufgefallen: Im Januar fand kein Vereinsfest statt, wie in all den Jahren zuvor. Außerdem wird im Februar keine Vereinsmeisterschaft IPSC ausgetragen.

Das Vereinsfest werden wir im Sommer nachholen. Vielleicht diesmal als Grillfest. Die Überlegungen hierzu reifen noch.

Die VM IPSC entfällt erstmal ersatzlos.

Grund sowohl für die Verschiebung des Vereinsfestes als auch für die Streichung der VM IPSC ist der Umstand, dass die Wochenenden im ersten Quartal nicht ausreichten, um alle anstehenden schießsportlichen Veranstaltungen abzudecken (- und den Verantwortlichen noch ein Leben außerhalb von Schießständen zu ermöglichen😓).

So finden z.B. bis Mitte März 3 Level III IPSC Matches (mit internationale Beteiligung) in Quickborn statt, die Euch offen stehen. Die Landesmeisterschaften (AREA 2) erstrecken sich ab diesem Jahr über 2 Matches, um den Mitgliedern des Verbandes mehr Möglichkeiten zu geben, überregionale Wettkämpfe schießen zu können. Näheres hierzu auf der LV 2-Seite im Netz.

Hinzu kommen die Lehraktivitäten, durch die ich einerseits selbst eingespannt bin bzw. für die ich andererseits den Schießstand zur Verfügung stelle. So fand am 19.01.2019 ein Lehrgang zur Ausbildung von qualifizierten Standaufsichten statt, und am 17.02.2019 führte Jürgen Tegge einen Sicherheits- und Regeltest für die Kurz- und Langwaffe bei uns durch.

Ihr seht also, dass Sportjahr hat bereits ordentlich Fahrt aufgenommen. Im April geht es mit den Standarddisziplinen weiter, bis weit in den Mai hinein.

Als Vizepräsident des Landesverbandes lasst mich hierzu kurz etwas sagen. Wir haben mittlerweile über 2000 Mitglieder im Verband. Aufgrund der bekannten rechtlichen Situation müssen Sportschützen ihre schießsportliche Aktivität regelmäßig nachweisen, wer sog.          „Überkontingent“- Waffen  erwerben möchte umso mehr. Dies ist einerseits erfreulich, weil viel geschossen wird, führt aber andererseits dazu, dass wir mit unseren Kapazitäten langsam an eine Grenze stoßen. Die Schießstandkapazitäten sind bereits mehr oder weniger ausgeschöpft und bei ca. 1700 Starts, die in diesem Jahr bei den Landesmeisterschaften zu organisieren sind, haben wir auch in personeller Hinsicht eine Grenze erreicht.

Habt daher bitte Verständnis dafür, wenn Ihr möglicherweise nicht in allen von Euch gewünschten Disziplinen einen Startplatz bekommen habt.

Vielmehr appelliere ich mit Nachdruck an die Schützinnen und Schützen, die einen Startplatz zugewiesen bekommen haben, diesen auch zu nutzen. Ich muss es als Standaufsicht leider immer wieder erleben, dass vergebene Startplätze nicht genutzt werden, weil Schützen unentschuldigt nicht erscheinen. Dies kostet Jahr für Jahr mehr Startplätze, als die Verantwortlichen mittelfristig neu schaffen können.

gez. Alfred

Vereinsfest

Liebe Mitglieder,

am Samstag, den 27.Januar ab 14:30 Uhr

findet in der „Pulvermühle“, Bei der Pulvermühle 1, 22453 Hamburg

unser Vereinsfest statt.

Wie jedes Jahr werdenden an diesem Tag die Siegerehrungen für das dann hinter uns liegende Sportjahr vorgenommen und unsere verdienten Schützinnen und Schützen geehrt. Für Essen und Getränke ist natürlich wieder gesorgt.

Bitte meldet Euch im Club an, damit wir sinnvoll planen können.

Gruß

Alfred

Finales Präzisionsschießen in Kasseedorf

HGC sponsert das Landespokalschießen mit HK SFP