Schützinnen im HGC

25. Januar 2026

Der Schießsport in Deutschland war über Jahrzehnte hinweg stark männlich geprägt –
insbesondere in den Großkaliberdisziplinen. Doch dieses Bild verändert sich spürbar. In
den vergangenen Jahren ist ein kontinuierlicher Anstieg der Beteiligung von Frauen zu
beobachten, nicht nur im klassischen Luft- und Kleinkaliberbereich, sondern
zunehmend auch in den Großkaliberdisziplinen des Bundes Deutscher Sportschützen
(BDS) und des Bundes der Militär- und Polizeischützen (BDMP).
Das bemerken wir auch bei uns im Hanseatic-Gun-Club. Mit großer Freude stellen wir
fest, dass mittlerweile immer mehr Frauen den Weg zu uns finden, um Großkaliber zu
schießen.
Da haben wir uns natürlich gefragt, woran das liegen könnte und was wir tun können, um
diesen erfreulichen Trend noch weiter zu unterstützen.
Da wären zweifelsohne all die technischen Neuerungen der letzten Jahre, die es Frauen
erleichtern den Sport auszuüben.
Hilfreich dabei war, dass Polizei und Behörden auch endlich erkannten, dass Frauen
anatomische Unterschiede zu Männern aufweisen, die es erforderlich machten, Gri􀆯e,
Schäfte, Gürtel, Holster etc. entsprechend anzupassen. Insoweit ein Hoch auf das
Voranschreiten der Gleichberechtigung.
Aber führt all dies dazu, dass Frauen sich mehr für den Schießsport interessieren?
Sicher nicht.
All diese „Annehmlichkeiten“ lernt die Schützin erst kennen, wenn sie sich schon
entschieden hat oder zumindest die ersten Schritte hin zum Schießsport unternimmt.
Gibt es vielleicht heute mehr Vorbilder, mehr Sichtbarkeit durch erfolgreiche
Schützinnen auf nationaler und internationaler Ebene?
Mag sein, aber ich halte unseren Sport in all seinen Facetten in den Medien immer noch
für kläglich unterrepräsentiert. Also auch da – eher Fehlanzeige.
Ich denke, der Grund für das gestiegene Interesse von Frauen am Schießsport und
insbesondere am Großkaliberschießen, wie wir es im Hanseatic-Gun-Club anbieten, ist
der Umstand, dass Frauen heute in den Augen der Gesellschaft genauso „tough“ sein
dürfen wie Männer, (was sie ohnehin schon immer waren). Und zwar dies auch sichtbar
nach außen.
Dieser Umstand erleichtert den ersten Schritt zum neuen Hobby. Bei uns im Club ist es
mittlerweile völlig normal, wenn weibliche Mitglieder mit ihrer eigenen Repetierflinte
(Pump-Action) im Etui zum Training erscheinen und dynamische Disziplinen trainieren.

Das hat bei Frauen dann allerdings nichts mit „ Hasta la vista Baby“ und Terminator zu
tun, sondern mit ernsthaftem Training und Wettkampfvorbereitung.
Diese Einstellung erleichtert unseren Standaufsichten insbesondere die Arbeit mit
Einsteigerinnen ganz ungemein. Diese tun nämlich in aller Regel genau das, was die
Aufsicht ihnen vorgibt und vormacht und erzielen dann recht schnell sehr beachtliche
Schießergebnisse.
Bei männlichen Newcomern stellt sich dies oftmals nicht ganz so einfach dar.
Wahrscheinlich durch den exzessiven Konsum zu vieler Netflix-Serien wie Hawai Five-O,
Navy Seals oder S.W.A.T. sieht sich das durchschnittliche männliche Neumitglied
oftmals auf einem viel höheren Ausbildungsstand, als dies tatsächlich der Fall ist. Was
dazu führt, dass Ergebnisse und Erwartungen dann weit auseinanderliegen.
Gerade bei Paaren, die sich gemeinsam ein neues Hobby erschließen wollen, kommt es
dann manchmal in der ersten Ausbildungseinheit zu Situationen, die von meinen
Mitarbeitern viel Fingerspitzengefühl verlangen.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir freuen uns über den Trend, dass immer mehr Frauen den
Weg zu uns finden und versuchen durch gute individuelle Ausbildung unseren
Neumitgliedern (selbstverständlich auch den Männern) einen angenehmen und
erfolgreichen Einstieg in den Schießsport zu ermöglichen.
Allen unseren Mitgliedern wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2026.
Liebe Grüße
Alfred